Wasserkraftrohre in Kärntens Natur



Stell dir vor, du wanderst durch das grüne Herz Kärntens, atmest tief die frische Luft ein und da – mitten in der Idylle – kriecht ein Stahlkonstrukt leise über Berge und das Tal.
Ja, genau dort! Siehst du die Druckrohrleitungen? Wie Adern eines schlummernden Ungetüms, das die Energie der Natur in Strom für den Menschen verwandelt.

In dieser Serie nehme ich dich mit auf eine Reise, wo sich die Kraft von Mensch und Natur vereinen. Auf den Fotos siehst du einen kleinen Teil der Kraftwerksgruppe Fragant, dabei handelt es sich nicht nur um ein technisches Meisterwerk, sondern auch ein Symbol für unser Streben nach Wohlstand.

840 Millionen Kilowattstunden jährliche Stromproduktion – stell dir vor, damit könnten wir 240.000 Haushalte mit Licht, Wärme, und ja, auch dem einen oder anderen TV-Abend versorgen und natürlich wird auch die Bahn mit grünem Strom aus dem Mölltal versorgt. Vor allem die Bahn ist nicht ganz unbeteiligt an dem ein oder anderen Wasserkraftprojekt.

Aber schau genauer hin. Jede Kurve dieser mächtigen Leitungen erzählt eine Geschichte von intensiven Projektdiskussionen und dem Respekt vor Mutter Natur. Der Strom, der in stillen Nächten und an faulen Sonntagen nicht verbraucht wird, wird genutzt um das Wasser zurück in die 15 Speicherseen zu schicken. Fast wie ein Herz, das schlägt – pumpen und entspannen.



Und diese Fotos? Sie sind mehr als nur ein stummer Zeuge menschlicher Ingenieurskunst. Sie zeigen was möglich ist, wenn wir der Natur mit Behutsamkeit und Respekt begegnen, dabei aber die unvermeidlichen Kompromisse nicht aus den Augen verlieren. Es ist ein Kompromiss, sicher, aber einer, der Leben schenkt. Wasser wird umgeleitet und liefert Strom und die Fische? Die bekommen ihre eigenen Lifte! Fischlifte, unglaublich oder?

Doch kann man die Stahlkonstruktionen sehen, ohne die Zerrissenheit der Landschaft zu empfinden? Sie durchtrennen das natürliche Panorama und stellen eine Unterbrechung des gewohnten Flusses dar. Bei meinen Streifzügen durch die Natur, mit meiner Kamera in der Hand, neben den mächtigen Rohren stehend, wurde ich des Öfteren von Zweifeln heimgesucht: Steht es uns zu, derart in die Natur einzugreifen? Rechtfertigt der Fortschritt die Durchbrechung der Stille, die die Natur so einzigartig macht?
Inwieweit dürfen wir die natürliche Biodiversität beeinträchtigen, um den wachsenden Bedarf an erneuerbarer Energie zu decken?

Es ist unbestreitbar, dass die Konstruktion von Wasserkraftwerken eine bedeutende Zerstörung von Lebensräumen nach sich ziehen kann, was wiederum tiefgreifende Auswirkungen auf unsere Ökosysteme und Biodiversität hat. Der Verlust an Artenvielfalt und die Veränderung natürlicher Wasserläufe stellen Herausforderungen dar, die nicht leichtfertig in Kauf genommen werden dürfen.

Die Branche hört zunehmend auf die kritischen Stimmen. Ein intensiver Austausch ist unerlässlich, um Lösungen zu entwickeln, die sowohl ökologisch verantwortbar als auch technisch realisierbar sind.
Als Außenstehender Interessierter sehe ich, mit welcher Akribie und Vorsicht diese Projekte heutzutage geplant und realisiert werde. Es geht nicht mehr nur um die Machbarkeit technischer Lösungen, sondern zunehmend auch um die Frage der Verantwortung.
Diese Druckleitungen symbolisieren daher nicht nur einen Kompromiss. Sie sind ein Indikator dafür, dass wir beginnen, die Auswirkungen unseres Handelns ernster zu nehmen und mit größerem Respekt gegenüber der Natur agieren, indem wir das Ökosystem immer besser in Projekte einplanen.

Es ist kein einfacher Weg, sondern ein fortlaufender Prozess, der Offenheit, Innovation und den Willen zum Dialog erfordert.
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Druckrohrleitung in Kärntens Natur Querformat
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